Emirates B 777-300 in DUS

„Das Kribbeln ist zurück“

Emirates nimmt die Strecke nach Dubai wieder auf
02.11.2020

Rolf Ansel ist seit 2001 Stationsleiter von Emirates am Düsseldorfer Airport. Er ist das Gesicht der Airline am Standort. Im März hob der letzte Flieger von Düsseldorf ab. Seit dem 1. November verbindet Emirates die NRW-Landeshauptstadt wieder mit Dubai, vorerst zweimal wöchentlich und mit einer Boeing 777-300ER. Im Gespräch berichtet Ansel über die Zeit des Stillstands, die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs und seine Hoffnung für die Zukunft.

Rolf Ansel
Im Terminal nur mit Maske: Rolf Ansel, Stationsleiter von Emirates am Flughafen Düsseldorf

Am 22. März hob die letzte A380 von Düsseldorf ab. Seither ist viel passiert, seither hat sich vieles verändert. Was genau?

Es hat sich vieles, nein, es hat sich fast alles verändert. Wie alle Unternehmen der Luftfahrtbranche musste auch Emirates, und damit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Düsseldorf, die neuen Anforderungen umsetzen, die die Pandemie notwendig gemacht haben. Mein Team und ich hatten nun einige Monate Zeit, um uns gewissenhaft auf die Wiederaufnahme der Flugverbindung nach Dubai vorzubereiten. Ganz wichtig für uns als Airline ist, dass der Düsseldorfer Flughafen einen optimalen operativen Rahmen geschaffen hat, damit unsere Passagiere ab November mit einem sehr guten Gefühl mit uns ab Düsseldorf fliegen können. Emirates fährt sein weltweites Streckennetz sowie seine Flugfrequenzen langsam, aber kontinuierlich und sicher wieder hoch.

Emirates A380
Zuletzt im März am Airport: Der A380 von Emirates

Seit 2001 – und damit von Beginn an – sind Sie Stationsleiter von Emirates in Düsseldorf. Wie war die Zeit des Stillstands für Sie ganz persönlich?

Es war schwer. Dass unser Tagesgeschäft von einem Tag auf den anderen quasi zum Erliegen kommt, war ein harter Schlag. Auf einmal hieß es für mein Team und mich: Kurzarbeit und Homeoffice. Sich auf diese neue Situation einzustellen, hat ein wenig gedauert. Plötzlich war ich Stationsleiter im Offline-Modus. Es gab einfach wenig zu tun. Trotzdem wollte ich es mir in der Phase nicht nehmen lassen, so oft wie möglich von meinem Büro im Terminalgebäude aus zu arbeiten. Auch um weiter Airport-Flair zu spüren.

Hatten Sie zwischenzeitlich Sorge, dass der Emirates-Standort möglicherweise geschlossen werden könnte?

Völlig abwegig war der Gedanke aufgrund der globalen Entwicklung zuerst nicht. Aber uns erreichten relativ schnell positive Signale aus der Zentrale in Dubai. Für Emirates ist Düsseldorf wichtig. In der Region leben Millionen Menschen, die vor der Pandemie ein großes Reisebedürfnis hatten – und es auch zukünftig wieder haben werden. Das Potenzial ist groß und die strukturellen Voraussetzungen am Airport sind sehr gut. Zudem lief unser Cargo-Geschäft relativ schnell wieder an und entwickelt sich sehr stabil. Im Mai hatten wir zum Beispiel einen Emirates SkyCargo-Frachter mit 4,7 Millionen FFP2-Masken am Flughafen Düsseldorf.
Ulrich Topp und Rolf Ansel vor der Emirates B777-300
Welcome back – Ulrich Topp, Leiter Aviation Marketing (links), und Rolf Ansel (rechts) freuen sich über die Wiederaufnahme der Dubai-Strecke
Nun geht es seit dem 1. November wieder mit zwei wöchentlichen Verbindungen nach Dubai. Wie haben Sie sich auf den Neustart vorbereitet?

Ganz gleich, ob Abfertigung oder Services an Bord: Wir haben jeden Prozess intensiv überprüft. Emirates hat ein umfassendes Maßnahmenpaket für jeden Reiseabschnitt eingeführt, um die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern am Airport sowie in der Luft zu gewährleisten. Beim Check-in arbeiten wir mit einem neuen Handlingspartner zusammen, der mit Blick auf die neuen Reiseregularien und auf unsere Standards eingearbeitet wird. Die Passagiere haben mehr Fragen und es gilt, mehr Dokumente auszufüllen. Wir verteilen an alle Gäste kostenlose Hygienekits mit Masken, Handschuhen, Handdesinfektionsmitteln und antibakteriellen Tüchern. Aufgrund der neuen hygienischen Bestimmungen wurde auch das Catering angepasst. Ein wichtiger Faktor bei unserer kurzen Bodenzeit ist das Cleaning, das erhöhten Standards gerecht werden muss. Wir setzen mehr Personal für die Reinigung ein. In Dubai durchläuft zudem jedes unserer Flugzeuge ein umfangreiches Reinigungs- und Desinfektionsverfahren.
Gibt es Parallelen zwischen dem Start von Emirates in Düsseldorf 2001 und der Wiederaufnahme des Flugverkehrs heute?

Die Rahmenbedingungen sind komplett unterschiedlich – und doch ist das Signal, welches wir aussenden, ähnlich wegweisend: Es geht los! Heute spüre ich dieselbe Aufregung und Angespanntheit wie vor fast 20 Jahren. Haben wir an alles gedacht? Klappt es organisatorisch? Wird das Angebot angenommen? Ich bin sehr froh, dass es nach den Monaten des Stillstands endlich wieder losgeht.
Was erhoffen Sie sich für die kommenden Wochen und Monate?

Zunächst einmal einen reibungslosen Neustart. Dann wünsche ich mir natürlich, dass sich unsere Passagiere weiterhin sicher fühlen und wieder gerne fliegen. Und wenn ich einen vorsichtigen Ausblick in die Zukunft wagen darf: weiter steigende Frequenzen bei den Flugverbindungen und vielleicht auch dann wieder mit dem A380. Allein bei dieser Vorstellung ist dieses ganz besondere Kribbeln wieder da.
Stift

DUSmomente Redaktion

Andreas Wiese │ Emirates

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