Schuhe

Wie der Schuh an den Mann kommt

Christian Hellendahls herausfordernder Job bei Lloyd Shoes
09.05.2018

Schuhe gehen immer. Was der Grundsatz vieler Frauen beim Shoppingbummel ist, dachte sich wohl auch der Herrenschuhausstatter Lloyd. Und so ist der Schuhspezialist gleich zweimal am Airport vertreten: auf der öffentlichen Einkaufsmeile und im Flugsteig C.
Wer denn noch Schuhe und Lederaccessoires kauft, wenn das Gepäck längst aufgegeben ist und das Boarding kurz bevorsteht? So einige. Der Shop steigert kontinuierlich seinen Umsatz. Doch bevor der Schuh am Herrenfuß steckt oder die Damenhandtasche am Handgelenk baumelt, bedarf es einigen Aufwands.

Christian Hellendahl im Lloyd Store am Flughafen Düsseldorf

Viele Besonderheiten

„Der Standort Flughafen hält für uns Einzelhändler einige Besonderheiten parat, die es zu meistern gilt“, weiß Christian Hellendahl, der die beiden Filialen am Airport leitet. Das fängt schon bei der Personalsuche an. „Unsere Frühschicht beginnt um 5:30 Uhr, weil um 6 Uhr die ersten Flieger rausgehen. Für Leute ohne Auto, die vielleicht auch nicht in Düsseldorf wohnen, ist das schon eine Herausforderung.“

Die ersten Kunden sind häufig Fluggäste aus Osteuropa. Der frühe Flieger nach Moskau geht um 6:05 Uhr. Fremdsprachenkenntnisse sind also gern gesehen. „Unsere Marke ist in Russland bekannt, allerdings durch Exportgebühren teurer. Deswegen zählen Russen zu unserer Hauptkundengruppe“, sagt Hellendahl und räumt auch gleich mit einem gängigen Vorurteil auf: „Im Sicherheitsbereich gilt derselbe Preis wie in der Fußgängerzone jeder deutschen Stadt. Wir sind nicht teurer, aber auch nicht günstiger.“

Versand zum Wohnungsort

Wenn der Preis aber doch derselbe ist, wer steckt sich bitteschön ein neu erworbenes Paar Schuhe ins oftmals bis an die Grenzen ausgereizte Handgepäck? Für dieses Problem bietet Lloyd innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz einen kostenlosen Versand zum Wohnungsort an. Kommt der Kunde aus dem Urlaub oder von der Dienstreise zurück, stehen die neuen Schuhe schon Zuhause.

Dieser Service ist nicht ganz uneigennützig, bietet der begrenzte Platz im Store doch kaum Lagerfläche. „Wir haben deshalb jedes Schuhmodell immer nur einmal in jeder Größe im Laden“, erklärt Hellendahl. Wird ein Paar verkauft, erkennt ein intelligentes Logistiksystem sofort, dass dieser Schuh in dieser Größe nachgeordert werden muss.

Kein Tag wie jeder andere

Der begrenzte Platz, das Logistiksystem und nicht zuletzt die kauffreudigen Kunden sorgen dafür, dass Hellendahl und seine Kolleginnen ständig Nachschub bekommen. Auch dies ist am Standort Flughafen anders als in der Fußgängerzone: „Der Paketbote kann nicht einfach den Sicherheitsbereich betreten. Also ruft er uns an, wenn er da ist, und wir müssen die Ware an der Personen- und Warenkontrolle abholen und selbst zum Shop bringen“. Die meiste Zeit des Tages arbeitet aber nur ein Verkäufer im Laden. Eventuelle Kunden müssen dann eben kurz allein gelassen werden. Richtig zeitintensiv wird es allerdings, wenn das Außenlager in der Nähe der S-Bahnstation aufgesucht werden muss. Hier werden Accessoires, Pflegemittel und Schuhspanner aufbewahrt. „Das geht dann wirklich nur, wenn wir zu zweit arbeiten, denn der Weg dauert hin und zurück durch die Kontrolle locker eine halbe Stunde.“

Trotz aller Herausforderungen: Das Lloyd-Team liebt diesen Standort. „Es ist spannend, Menschen aus verschiedenen Nationalitäten zu beraten und ihnen unsere Marke vorzustellen. Einige sind bereits Stammkunden bei uns, anderen verkaufen wir auch schon mal Waren im vierstelligen Bereich. Kein Tag ist wie der andere“, erzählt Hellendahl und zückt das klingelnde Telefon. Der Paketbote ist da, der Filialleiter läuft los.

Stift

DUSmomente Redaktion

Andreas Wiese

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